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05.11.2016

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Chronik

Einiges aus der Vereinsgeschichte

"Dem Wahren, Guten, Schönen, soll unser Lied ertönen!"

Unter diesem Motto wurde vor 150 Jahren - 1846 - durch eine Schar junger Männer der "Singkreis" Altwied gegründet. Reine Sangesfreude mag damals unsere Groß- und Urgroßväter bewogen haben, sich im Lied zusammenzufinden. Begünstigt wurde ihr Vorhaben durch die Musiker- und Sängerfamilie Herbst. Als Mitbegründer wird Johann Herbst genannt. Hierzu gesellten sich die Sängerfamilien Strödter, Anhäuser, Sager, Muscheid, Herzog, Kalbeitzer, Herz, Melsbach, Bauer, Diez, Heckmann, May und Gärtner. An Ihre Stelle traten später die Söhne, Enkel und Urenkel. "Tonangebend" waren bis zum Jahre 1908 die Dorfschullehrer. Geprobt wurde bis zum Jahre 1865 in der Schule, danach wechselte man in die Restauration Wiedischer Hof. Als erster Dirigent nach der Gründung wird Lehrer Hartmann genannt. Ihm folgten später die Lehrer Becker, Immig, Stein, Rüdig und Brill . Lehrer Rüdig, einer der befähigsten Chorleiter seiner Zeit, leitete den Chor von 1879 bis 1911. Es wurden die Gesangwettstreite 1903 in Heddesdorf, und 1905 in Niederbieber besucht und sowohl in Heddesdorf, als auch in Niederbieber alle erste Preise errungen. Alsdann übernahm der Schwiegersohn von Lehrer Rüdig, Lehrer Bril/, den Dirigentenstab und reichte ihn nach kurzer Zeit an Christian Rath weiter. Unter Christian Rath wurden anlässlich des Gesangwettstreites in Oberbieber im Jahre 1912 alle 1. Preise erreicht. Im Jahre 1923 übernahm Lehrer Daufenbach die Leitung des Chores, der dann auf dem Sängerwettstreit in Rengsdorf ebenfalls beachtliche Erfolge erzielte. Ende 1925 wurde die musikalische Leitung des Chores Herrn Musikdirektor Carl Pflugfelder übertragen. Unter dessen exakter und qualifizierter Leitung errang der MGV Altwied bei den Sängerwettstreiten 1927 in Bernkastel. 1930 in Zell an der Mosel. 1932 in Oberbieber und 1936 in Gladbach in der II. Stadtklasse alle 1. Preise, sowie die Dirigentenpreise. Als einer der ersten Chöre des Kreises Neuwied wurde vom MGV 1846 Altwied im Jahre 1936 ein Chorsingen im Rundfunk übertragen. Diese Originalübertragung machte den Chor aufgrund seiner großartigen
Leistung - so war es in den Zeitungen zu lesen - weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Während der Dauer des 2. Weltkrieges ruhte das Vereinsleben. Unter der bewährten Leitung von Musikdirektor Pflugfelder konnten am 7. Januar 1948 die Proben des Vereins, dessen Reihen durch den unseligen Weltkrieg stark gelichtet waren, endlich wieder aufgenommen werden. Erstmals 1949 trat der Verein an lässlich der Feier ,,1100 Jahre Altwied" wieder in der Öffentlichkeit auf. Erfolg brachte auch die Werbung um Sängernachwuchs. Im Jahre 1946 ist der Verein 100 Jahre alt geworden. doch eine Feier an lässlich dieses Jubiläums war leider nicht möglich und so holte man schließlich im Jahre 1951 das 100. Vereinsjubiläum an Stelle des 105. Vereinsjubiläums nach. Als Herr Pflugfelder 1953 im Alter von fast 75 Jahren in den verdienten Ruhestand trat, konnte er auf eine über 25jährige Chorleitertätigkeit in Altwied zurückblicken. Sein Nachfolger wurde Julius Rath. Sohn des früheren Chorleiters Christian Rath. Den Großen Ehrenschild von Rheinland-Pfalz erhielt der MGV 1846 Altwied im Jahre 1956. Aus der Hand des damaligen Bundespräsidenten Prof. Theodor Heuss konnte der Verein 1957 mit Stolz die Zelter-Plakette in Berlin entgegennehmen. Der MGV 1846 Altwied war einer der ersten Gesangvereine, der diese hohe Auszeichnung erhielt. Unter Chorleiter Julius Rath veranstaltete unser Chor mehrere erfolgreiche Chor - und Solistenkonzerte und errang 1957 beim Gesangwettstreit in Niederbieber bei starker Konkurrenz den 1. Klassenpreis, den 2. Ehrenpreis. den höchsten Ehrenpreis,sowie den Dirigenten- und Sonderpreis.
   Kurz vor dem Sängerwettstreit in Urmitz / Rhein im Jahre 1968, mußte Julius Rath infolge von Krankheit die Leitung des Chors abgeben. Aufgrund seiner Verdienste um den MGV 1846 Altwied wurde er zum Ehrenchorleiter ernannt.
Kurt-Heinz Schiele. ein weit über die Heimatgrenzen hinaus bekannter Musiker und Chorleiter. konnte erfreulicherweise kurzfristig mit der Leitung unseres Chores beauftragt und verpflichtet werden, so daß schließlich der Wettstreit in Urmitz / Rhein dann doch noch, und zwar mit großem Erfolg, besucht werden konnte. Der 1. Klassenpreis, der 1.Ehrenpreis, der 1.Hauptehrenpreis und der Dirigentenpreis waren Lohn und Anerkennung für die Leistungen unseres Chores. Ein schwerer Verlust für den MGV 1846 Altwied war das leider allzu frühe Ableben von Kurt-Heinz Schiele. Er verstarb am 31. Dezember 1971 nach einem tragischen Verkehrsunfall. Für knapp zwei Jahre übernahm dann Hans Zimmermann aus Kettig die Stabführung. Wer weiß, wie schwer es in der heutigen Zeit ist, einen befähigten Chorleiter zu gewinnen, kann sich vorstellen, welche Freude und Aufschwung bei den Sängern ausgelöst wurde, als im September 1973 die Verpflichtung von Franz Seul bekannt gegeben werden konnte.
 Unter seiner bewährten Leitung wurden erfolgreiche Konzerte gegeben. So war z.B. 1974 in Niederbieber vor einer sehr beachtlichen Zuhörerschaft in Chorgemeinschaft mit dem MGV Leutesdorf ein überragender Erfolg zu verzeichnen. Als Solisten konnten für dieses Konzert unser Ehrenmitglied Walter Habernicht und Eva Terrebessy vom Stadttheater Trier verpflichtet werden. Ein weiteres erfolgreiches Konzert wurde in Rheinbrohl im Herbst 1975 zusammen mit dem MGV Rheinbrohl veranstaltet. Nach einem erfolgreichen Jubiläumsfest im Jahre 1976 und den Besuchen verschiedener Feste von benachbarten Chören trat Franz Seul am 31. Dezember 1979 in den wohlverdienten Ruhestand. Auch ihm dankte der MGV 1846 Altwied
mit der Würde des Ehrenchorleiters. Mit Uwe Hürland, inzwischen Kreischorleiter des Sängerkreises Neuwied wurde ein junger, dynamischer Nachfolger gefunden. Dies wurde dem Chor anlässlich einer Konzertreise nach Schonach im Schwarzwald besonders bestätigt. Eine weitere Schwarzwaldreise nach Schonach mit Beteiligung am Kurkonzert, zusammen mit dem Frauenchor des MGV Schonach, eine Wochenendreise quer durch die Pfalz, mit Besichtigung des Hambacher Schlosses, bis zum Deutschen Weintor. Liederabende mit bekannten Solisten und ein gelungenes Kirchenkonzert im November 1985 sollen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. In den Jahren 1986 - 1990 wurden weitere Konzerte mit Gastchören und bekannten Solisten. so unter anderem mit dem Hornquartett der Rheinischen Philharmonie, gegeben. Bis 1992, also 13 Jahre, leitete Uwe Hürland unseren Chor. Am 1. Juli 1992 wurde Christian Röttgen aus Rheinbrohl mit der Stabführung betraut. Leider nur für kurze Zeit. Berufliche Gründe zwangen ihn, im März 1995 die Leitung des Chores abzugeben. Ein bedauerlicher Umstand. wenn man bedenkt. daß in der recht kurzen Zeit unter der Leitung von Christian Röttgen beachtliche Erfolge zu verzeichnen sind. Am 1. April 1995 konnten wir Herrn Jürgen Hofstötter. einen jungen Kirchenmusiker und Musiklehrer. mit der musikalischen Leitung unseres Jubiläumschores betrauen. 1966 in Würzburg geboren, studierte er in Regensburg Kirchenmusik und Musikerziehung. Als hauptamtlicher Kirchenmusiker nach Kettig und Mülheim-Kärlich berufen, übte er anschließend das Amt des Kirchenmusikers an St. Matthias in Neuwied aus. Inzwischen ist er hier bekannt als Musiklehrer an der Musikschule Neuwied und an der Waldorf-Schule. als Organist und Leiter des Bläserchores der Brüdergemeine Neuwied, sowie als Chorleiter unter anderem beim MGV Hüllenberg und beim Männerchor "Sangesfreunde" Neuwied. Die Festveranstaltungen des 150 jährigen Jubiläums wurden über das ganze Jahr verteilt, beginnend mit dem „offenen Singen“ zum 15. mal auf der Burg über ein „ open Air Konzert“ mit Beteiligung der Conbrios und des Landespolizeiorchesters Rheinland Pfalz bis hin zum Festabend, im Dorfgemeinschaftshaus in Melsbach, mit Solisten aus eigenen Reihen ( Sigurd Remy) und Ehrungen verdienter Sänger. Fünf Jahre später wurde das „ kleine Jubiläum“ ( 155 Jahre) ebenfalls mit einem Festabend im Dorfgemeinschaftshaus in Melsbach , mit befreundeten Chören gebührend gefeiert. Im Jahre 2004 feiert der MGV 1846 Altwied ein weiteres Jubiläum: 25 Jahre "Offenes Singen" auf der historischen Burg oberhalb von Altwied, zur Eröffnung des Kultursommers der Stadt Neuwied. eine wohl inzwischen sehr beliebte, attraktive und vielbesuchte Veranstaltung, deren Ausrichtung und Organisation mit viel Freude, aber auch mit viel Mühe der Mitglieder des MGV 1846 Altwied  jedes mal gelungen ist und von den Gästen dankbar angenommen wird. Die alljährliche Mitwirkung der Kreisjagdhornbläsergruppe, vieler Gastchöre und Sängerinnen und Sängern aus anderen Sängerkreisen und Sängerbünden, so z.B. aus Köln, Essen, Duisburg - Baerl. und Ratingen unterstreichen den hohen Stellenwert des Gesanges und der damit verbundenen Lebensfreude.
Der Zahn der Zeit nagt auch an dem Altwieder Chor. Somit treffen sich heute nur noch 15 aktive Sänger zu den wöchentlichen Proben, aber Chorleiter Jürgen Hofstötter versteht es exellent, die Sänger zu motivieren und mit modernem Liedgut gepaart mit traditioneller Chormusik auch heute noch Erfolge bei Auftritten zu besonderen Anlässen, wie Feste befreundeter Chöre, vereinseigene Jubiläen und dem „offenen Singen“ zu erringen.
Im Jahr 2006 feierte der MGV 1846 sein 160 jähriges Jubiläum, wieder im Rahmen des „offenen Singen am7. Mai 2006 auf der Burgruine und 04. November 2006 mit einem Festabend im Dorfgemeinschaftshaus in Torney.                              Das 165 jährige Jubiläum wurde nur im  Rahmen des offenen Singens auf der Burg Altwied gefeiert.                                         Vierteljährlich wurden nun auch gemeinsame Proben mit benachbarten Chören abgehalten, die von unserem Chorleiter geführt wurden. Dazu gehörte auch der MGV 1848 Segendorf. Aus den anfänglichen Kontakten entwickelten sich schnell freundschaftliche Beziehungen zu den Sängern aus dem Nachbarort und man begann sich gegenseitig mit Sängern auszuhelfen. Da man einen gemeinsamen Chorleiter hatte, drängte sich natürlich der Gedanke auf, künftig die Proben gemeinsam abzuhalten und künftig auch gemeinsam aufzutreten. Für beide Vereine bot dies auch den Charme, sich künftig das Chorleiterhonorar teilen zu können. Zum Glück war Jürgen Hofstötter damit nicht nur einverstanden, sondern unterstützte die Idee der Gründung einer Chorgemeinschaft von Anfang an. Die Vorstände der beiden Vereine setzten sich zusammen und vereinbarten, künftig unter dem Namen „Sangesfreunde Segendorf/Altwied“ eine Chorgemeinschaft zu gründen, wobei jedoch beide Vereine, der MGV 1846 Altwied und der MGV 1848 Segendorf e. V. ihre Eigenständigkeit als Verein behalten. Dass dies der richtige Schritt war, zeigt, dass sich die Chorgemeinschaft seit Ihrer Gründung im Jahr 2011 über drei neue aktive Sänger freuen kann, die den Altersquerschnitt sehr positiv beeinflusssen. Mittlerweile werden die Proben, die im monatlichen Wechsel in Altwied und Segendorf stattfinden regelmäßig von nahezu 30 Sängern besucht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim unterschiedlichen Liedgut der beiden Vereine gelingt der Wechsel zwischen Tradition und Moderne immer besser. So wurde in Altwied das traditionelle Ostersingen der Segendorfer mit Begeisterung und viel positiver Resonanz aus der Bevölkerung übernommen und gleichzeitig versuchen sich die Sänger mit Erfolg auch an Liedern wie „Tears in Heaven“ von Eric Clapton. Wir hoffen alle, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind und uns der Spagat zwischen traditionellem Männergesangverein und modernem Männerchor gelingt und wir weitere Männer für unser Hobby, den Gesang begeistern können. Auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz. Außer der jährlichen Weihnachtsfeier in Segendorf feiern beide Vereine zusammen ein Sommerfest, das in Altwied stattfindet. Im Oktober dieses Jahres unternimmt die Chorgemeinschaft mit Freunden und Familie eine mehrtägige Sängerfahrt nach Aurich in Ostfriesland. Wir wünschen und hoffen, dass wir für die Zukunft gut aufgestellt sind. Tradition und Moderne müssen kein Widerspruch sein sondern müssen zusammengebracht werden, damit der Chorgesang und die Männergesangvereine auch zukünftig bestehen und neue Sänger für dieses schöne Hobby begeistern können.
Nachdem nun mehrere Veranstaltungen gemeinsam mit großem Erfolg besucht wurden ging es an die Planung und Durchführung eines Neujahrskonzertes mit dem Landes Polizeiochester Rheinland Pfalz und den befreundeten Chören: Diana Vallendar, Werchor der Solvay GmbH Bad Hönningen und der Chorgemeinschaft Hausen Niederbreitbach.Das Konzert fand am 14.1.2015 im Heimathaus Neuwied als Neujahrskonzert unter dem Motto Chor trifft Orchester mit einem großen Erfolg statt. Der Reinerlös des Konzertes in Höhe von 4.000 Euro wurde in voller Höhe dem Neuwieder Hospitz zur Verfügung gestellt.